Wer mit diesen Worten noch nichts anfangen kann, bekommt hier eine kurze Erklärung:

Der Begriff „Bewegungsparallaxe“ oder einfach nur „Parallaxe“, bezeichnet den Vorgang der scheinbaren Positionsänderung eines Objektes, sobald der Betrachter seine Position verändert.

Im Webdesign bedeutet dies: Webseiten werden in mehreren Ebene erstellt, die sich unabhängig voneinander Bewegen.

In der Realität gilt: Schaut man zum Beispiel während einer Überlandfahrt aus dem Auto nach rechts oder links, sieht man die Bäume am Straßenrand zügig vorbeiziehen, während sich beispielsweise das Feld dahinter erheblich langsamer bewegt und der Horizont nahezu still steht.

Das lässt sich auch auf Spiele übertragen. Alte Jump ‘n’ Run Spiele nutzten bereits den Parallax-Effekt, um trotz 2D-Grafiken ein räumliches Bild zu schaffen: Umso weiter ein Objekt vom Betrachter weg ist, desto langsamer scheint es sich zu Bewegen. Dadurch kann das menschliche Auge Entfernungen wahrnehmen.

 

Im Webdesign versucht man nun, durch diesen Effekt räumliche Tiefe auf eine Website zu implementieren.

Der Text im Vordergrund bewegt sich dabei während des Scrollens erheblich schneller als die hinterlegten Grafiken.

Einer der Vorreiter dieser neuen Technik war sicherlich Nike. Vergangenes Jahr setzte der US-Sportkonzern das Parallax Scrolling zum Release seiner Website “Nike Better World” ein und brachte damit einen neuen Trend ins Rollen. Dies lässt sich durch die Zahlreichen Videos und Beiträge fundieren, welche sich mit der Technik und der Nachahmung der Seite beschäftigen. Grundzüge dieses Effekts, gab es allerdings auch vorher schon. Wann genau, er entstand ist unmöglich zurück zu verfolgen. Erste, einfache und recht unvollkommene Tutorials, tauchten laut Google 2009 im Web auf. Seitdem hat sich vieles verändert. 2 Jahre später, 2011, gewinnt der Parallax-Trend dann zunehmend an Bekanntheit.

Auch steigt der Einsatz des Storytellings, welches Unternehmen nutzen, um ihre Daten, Konzepte und Geschichte anschaulicher im Internet darzustellen. Durch Parallax Scrolling entstehen diesbezüglich ganz neue Möglichkeiten.

Weiterhin gelten durch die steigende Verbreitung von HTML5 und die Nutzung der Stylesheet-Sprache CSS3 begünstigende Umstände, die zur Verbreitung des Parallax Scrollings beitragen. Zwar ist das Arbeiten mit der Webdesign-Technik zum realisieren des Effektes nicht unbedingt erforderlich, allerdings können Animationen und Übergänge beispielsweise leichter entwickelt werden.

Der einzige Nachteil besteht in den Systemanforderungen um Parallax-Scrolling auf dem Bildschirm korrekt und möglichst ruckelfrei betrachten zu können. Hier besteht besonders die Schwierigkeit und Herausforderung auch etwas ältere und langsamere Rechner mit einer “abgespeckten” Version zu versorgen.

Schlussendlich sollte jedem klar sein, dass dieser neue Trend zwar sehr schön anzusehen ist und eine Menge Potential bietet, jedoch nur in Verbindung mit dem richtigen Content eingesetzt werden sollte und auch nur in Maßen. Davon abzuraten ist, den Effekt über den inhaltlichen Teil der Seite zu stellen.

ähnliche Artikel:

  1. Responsive Images: Ist dieses Bildformat die Zukunft?
Tagged with:  

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>