Der Justiz- und Verbraucherschutzminister Heiko Maas, der sich bekanntermaßen gerne als Google-Kritiker profiliert, hat vor Kurzem mit der Forderung auf sich aufmerksam gemacht, der amerikanische Suchmaschinenkonzern solle seine Suchformel offenlegen.

Hintergrund

Anlass der Aktion war ein Streit zwischen Google und der EU-Kommission, den die Konkurrenten der Suchmaschine in die Wege geleitet hatten und die dem Konzern vorwerfen er bevorzuge seine eigenen Dienste (Google Flights etc.) im Suchranking. Eigentlich wurde der Konflikt im Februar, durch Google’s Zugeständnisse eigene Angebote zu kennzeichnen und mehr Platz für konkurrierende Dienste bereitzustellen, beiseite gelegt. Doch Maas fordert weitere Kompromisse, so verlangt er von Google die firmeninterne Suchformel, zumindest für staatliche Behörden, freizugeben. Der SPD-Politiker geht sogar so weit, mit einer Zerschlagung von Google in Deutschland zu drohen, obwohl er im selben Atemzug zugibt, die Suchmaschine selbst mehrmals täglich zu nutzen.

Reaktion

Fast einstimmig wird Maas von anderen Politikern und der Internet-Gemeinde kritisiert. Der frühere US-Botschafter in Berlin Robert Kimmitt beschuldigt Heiko Maas der “Beschlagnahmung von geistigem Eigentum” und der durchschnittliche Internet-User gibt zwar zu, von der Macht der Suchmaschine etwas eingeschüchtert zu sein, spricht sich jedoch auch dagegen aus, die Unternehmensgeheimnisse freizugeben. Man kann die Problematik zwar nicht auf den Slogan, “eigene Website – eigene Werbung”, herunterzubrechen, wie das zum Teil getan wird, allerdings sagt die Reaktion von Google selbst einiges über den Einfluss des Politikers aus. Es gab nämlich schlicht und ergreifend keine.

Alternativen

Nichtsdestotrotz ist eine Marktmacht von circa 95% natürlich nie gut und deswegen ist es nicht verkehrt, sich Gedanken über Alternativen zu machen. Hier führt der Weg aber zum Beispiel wohl eher über Subventionen für eine europäische
Suchmaschine als über die Offenlegung des zentralen Geschäftsgeheimnisses. Für Suchmaschinenoptimierung wäre diese
Offenlegung wahrscheinlich auch nicht hilfreich, da sie dann im Kreis der Behörden bleiben würde.

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One Response to Deutscher Politiker Heiko Maas fordert Google auf, den Suchmaschinenalgorithmus transparent zu machen

  1. [...] Die Kritik an Google reißt nicht ab. Erst vor Kurzem forderte der SPD-Politiker Heiko Maas, den Suchmaschinenalgorithmus des Marktführers offenzu… [...]

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