9.  September 2014, Apple stellt zusammen mit den neuen iPhones und der “Apple Watch” das neue Bezahlsystem “Apple Pay” vor. Es soll den mobilen Bezahlprozess revolutionieren, doch trotz der Euphorie muss die Einführung kritisch betrachtet werden. Aber der Reihe nach…

NFC

Apple Pay funktioniert über Funksignale mit der Nahfeld-Technologie (NFC). Hierzu wird ein spezielles Lesegerät benötigt, dass sich die kooperierenden Händler anschaffen müssen. Zum Bezahlen hält man lediglich das Device in die Nähe des Lesegeräts, während man den Fingerabdrucksensor berührt. Außerdem ist es möglich, die Technologie in verschiedenen Apps zu verwenden.
Auch Google hat schon einen Versuch unternommen, mit einem NFC-System Fuß zu fassen. 2011 wurde Google Wallet veröffentlicht und für Android-Geräte angeboten. Doch, da nur Geräte mit Vertrag des Mobilfunkanbieters Sprint unterstützt wurden und nur wenige Geschäfte diese Art des mobilen Bezahlens akzeptierten, konnte sich Google Wallet nie richtig etablieren.

Unterstützer und Kritiker

Im Gegensatz zu Google kann Apple eine beachtliche Anzahl an Kooperationen mit namenhaften Kreditkarten-Anbietern vorweisen. So wurden unter anderem Visa, Mastercard und American Express ins Boot geholt. Um die Kunden an das Bezahlen mit Apple Pay zu gewöhnen, wurden Verträge mit Unternehmen abgeschlossen, bei denen tägliche Einkäufe getätigt werden, wie Walgreens, Macy’s, Bloomingdale’s sowie Whole Food Market. Laut Apple soll ab Oktober an 220.000 Stellen in den USA die Möglichkeit bestehen mit Apple Pay zu zahlen.
Das Problem stellen, aber gar nicht die großen Kauhäuser und Ketten dar, sondern vielmehr die Einzelhändler. Mit einem Preis zwischen umgerechnet 230 und 390€ plus zusätzlichen Gebühren rentiert es sich nämlich oft für kleinere Firmen überhaupt nicht, die NFC-Systeme zu installieren. Doch auch große Ketten bleiben skeptisch. Wal-Mart und Best Buy setzen stattdessen auf den Konkurrenten Merchant Customer Exchange (MCX), der einen alternativen Bezahldienst anbietet. Im Gegensatz zu Apple Pay, das nur von der neuesten Smartphone-Generation unterstützt wird, kann Dieser per Software Download auch auf Android-Geräten und alten iPhones verwendet werden.
Was außerdem noch einen bitteren Beigeschmack hinterlässt, ist die Tatsache, dass auch die Online-Dienste von Amazon, Square und Paypal kein NFC unterstützen.

Timing

Doch wie so oft hält die Marketing-Abteilung von Apple einen Ihrer Trümpfe bereit. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist ideal. Denn die Händler werden von den Kreditkartenunternehmen dazu gedrängt, neue Terminals anzunehmen, die auch Karten mit Chip unterstützen. Bisher hafteten die Banken bei Kreditkartenbetrug, doch ab Oktober 2015 trifft der Schaden bei Betrug alle Händler selbst, die noch nicht umgerüstet haben. Dieses Aufrüsten sorgt dafür, dass viele Händler im selben Schritt auch NFC anbieten.

Fazit

Obwohl die Konkurrenz mit über 9 Millionen Händlern in den USA, die Kredit-, und EC-Karten akzeptieren, sehr stark aufgestellt ist, traut man Apple dennoch zu sich auf diesem Gebiet zu etablieren. Besonders da sie noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben, so könnten sie zum Beispiel die NFC-Geräte der kleineren Händler subventionieren, um diesen den Einstieg zu erleichtern.

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